Schüler stellen sich gesellschaftlichen Fragen der Zukunft. Ausstellung “YOUNIWORTH” an der Realschule Kaarst eröffnet

von Website-Team

Schüler stellen sich gesellschaftlichen Fragen der Zukunft. Ausstellung “YOUNIWORTH” an der Realschule Kaarst eröffnet

Ein Ausstellungsbesuch sorgt normalerweise nicht unbedingt für Begeisterung bei Schülerinnen und Schülern. Bei der heute (18.02.2026) in der Realschule Kaarst eröffneten Ausstellung “YOUNIWORTH” ist es allerdings anders: Die Schülervertretung hatte sich das Event selbst gewünscht und gemeinsam mit der Integrationsbeauftragten der Stadt Kaarst und den Jugendmigrationsdiensten vorbereitet und nach Kaarst geholt.

An sieben interaktiven Stationen, die noch bis zum 27.02.2026 im Forum der Realschule nach Anmeldung für Gruppen und alle Schülerinnen und Schüler der Realschule Kaarst erlebbar sind, wird der Leitfrage “Wie wollen wir zusammen leben?” nachgespürt - mal über vier Videointerviews mit jungen Flüchtlingen, mal an einem Stadtmodell, in dem man sich zurecht finden muss oder auch mit einem Spiel zu Vorurteilen.

Zur Ausstellungseröffnung betonte Bürgermeister Christian Horn-Heinemann, der auch die Schirmherrschaft für die Ausstellung übernommen hatte, wie wichtig das respektvolle Zusammenleben ist, in der Schule, in Kaarst, überall.

Schülersprecher Azhy berichtete von seiner persönlich Fluchterfahrung. Aus einem kleinen kurdischen Dorf im Nordirak schaffte er es 2015 mit seiner Familie letztlich bis nach Deutschland und konnte sich in Kaarst einen neuen Lebensmittelpunkt aufbauen: “Wir arbeiten hier, sind Nachbarn, Freunde, Bürger und zahlen auch Steuern”, bekannte er und fügte stolz und unter Applaus des Publikums hinzu: “Und 2022 bekamen wir im Rathaus die deutsche Staatsbürgerschaft verliehen!”

Auch Tala, die stellvertretende Schülersprecherin, berührte die geladenen Gäste aus dem Bundestag, der Stadtverwaltung, aus dem Rhein-Kreis Neuss und der Schullandschaft mit ihren ganz persönlichen Gedanken zu der Frage des Zusammenlebens: “Auch ich musste fliehen. Alles war besser als der Krieg in Syrien. Ich habe Mobbing, Ausgrenzung, aber vielmehr Hilfe und Unterstützung erfahren. Ich wünsche mir, dass ab und zu jemand sagt: „Du gehörst dazu.“ So stelle ich mir Zusammenleben vor: nicht perfekt, aber fair, offen und menschlich.”

Liam, Mitglied des Schülerrates und des Jugendparlaments, ergänzte in seiner Rede, wie “wunderbar Migration und Vielfalt für Schule und Gesellschaft” sei und betonte, wie viel engagiert die Schülerinnen und Schüler der Realschule seien als Schule ohne Rassismus, angehende FairTradeSchool, in politischen Diskussionsveranstaltungen, der Beteiligung in politischen Gremien und historisch-politischen Bildungsfahrten.

“All das findet an unserer Schule statt und macht sie zu einem Ort des Miteinanders, der Diskussion”, fasste Schulleiter Torsten Sotowic zusammen.

Die Ausstellung ist nach Voranmeldung für Gruppen noch bis zum 27.02.2026 zu besichtigen. Anmeldungen an: Sebastian.Potschka@rsk-kaarst.de

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