„Tatverdächtige“ an der RSK:
Das wohl provokativste Theaterstück in unserer Schule zu Gast.
 

 (Kaarst) Sie lachen. Sie weinen. Sie schreien sich an und gehen an ihre körperliche Grenze. Und dabei haben die Schauspieler des Projekts „Stark im Konflikt“ nur eins im Sinn: Den Schülerinnen und Schülern der Städtischen Realschule Kaarst mit ihrem Theaterstück „Tatverdächtige“ den Spiegel vorzuhalten und ihnen verschiedene Situationen aus dem Alltag und der Schule wiederspiegeln, bei der das Wort Aggression ganz groß geschrieben wird. Die Atmosphäre im Forum ähnelt einer Schulstunde, bei der die 7 – er und 8 – er Klassen bei voller Aufmerksamkeit, mucksmäuschenstill mit strahlenden Augen der Aktion folgen.

Schon zu Beginn des Theaterstücks wird klar: Hier geht es gleich zur Sache. Die sechs Schauspieler, jeder von ihnen auf einem Tisch stehend, haben sich positioniert und sind bereit: „Hast du heute schon mal in den Spiegel geguckt?“ „Weißt du eigentlich wie Scheiße du aussiehst?“ „Umdrehen, ja eh packen sie mich nicht an!“ „Fette Sau ist der Grund für die Hungersnot in China.“ „Ey, die Schwuchtel meldet sich.“ – tönt es aus dem Forum der RSK. Und unsere Schülerinnen und Schüler der 7 – er und 8 – er Klassen mittendrin. Die Darsteller geben den Kids keine Minute zum Abschalten. Bei vollem Körpereinsatz geht es durchgehend zur Sache. Und findet dann ein abruptes Ende. Viele Schüler begreifen noch nicht, dass das Stück zu Ende ist und sind irritiert, fasziniert und sprachlos zugleich.

Das Theaterstück war ein voller Erfolg und hat seinen Zweck voll und ganz erfüllt. Denn im Anschluss hatten die Kids der RSK die Gelegenheit in einem zweistündigen Gruppentraining bestimmte Konfliktsituationen nachzuspielen, um in Zukunft auf solche Situationen besser reagieren und agieren zu können. (Yil)